Dies ist keine detailierte Anleitung wie man Bier herstellt! Hierzu verweise ich auf die von Timo erstellte Brauanleitung.

Wasseraufbereitung

Zur Optimierung meines Leitungswassers bereite ich mein Brauwasser auf.

Im ersten Schritt wende ich ein sog. "Split Treatment" mit Calciumoxid (Branntkalk) an. Nachdem das Wasser von den ausgefällten Mineralien abgezogen wurde, wird das Wasser mit Calciumchlorid und Calciumsulfat (Braugips) aufgesalzt. Final senke ich die Restalkalität und somit den pH-Wert mit Milchsäure. Das Verfahren hört sich vermutlich deutlich komplizierter und chemischer an als es letztendlich ist.
Das Ergebnis der Behandlung ist jedoch lohnenswert.

Wasseraufbereit...
Kalkmilch
Ausgefällte Min...
Kalkwasser

Schroten

Damit beim Maischen die Inhaltsstoffe des Malzes heraus gelöst werden können, muss das Malz aufgebrochen werden.

Hierzu habe ich eine gebrauchte Corona-Malzmühle (mit Handkurbel) umgebaut und betreibe sie nun mit einem Scheibenwischermotor.

Malzlager
Schroten

Maischen

Beim Maischen werden die Inhaltsstoffe des Malzes in Lösung gebracht. Hierfür wird Brauwasser mit geschrotetem Malz vermengt (→ Maische) und auf verschiedene Temperaturen gebracht (→ Rasten).
Chemische, physikalische und biologische (enzymatische) Vorgänge sorgen für die Umwandlung der im Malz gebundenen Stärke zu vergärbaren und nicht vergärbaren Zuckern.

Als Maischebottich habe ich einen isolierten Edelstahl-Einkochautomaten mit Temperatursteuerung von ProfiCook im Einsatz. Ich verwende ein Edelstahl-Rührwerk, welches ich mit einem 12 Volt DC Elektromotor betreibe.

Maischebottich
Einmaischen
Kombirast

Läutern

Mittels einer Iodprobe wird festgestellt, ob die gelöste Stärke vollständig verzuckert ist. Ist dies erfolgt, so werden die Malzreste (Körner, Spelzen, etc. → Treber) von dem verzuckerten Wasser (→ Würze) getrennt (→ Läutern). Hierzu wird nach der Läuterruhe die Würze durch den Treberkuchen gefiltert um Schwebstoffe abzufangen und in die Würzepfanne abgelassen. Da nach dem ersten Ablauf (→ Vorderwürze) noch gelöste Zucker im Treber vorhanden sind, werden die Malzreste mit frischem Brauwasser erneut durchspült um diese zu lösen (→ Nachguss).

Ich benutze meinen Maischebottich ebenfalls als Läuterbottich. Um zu verhindern, dass Treber mit in die Würzepfanne gelangt, verwende ich eine eingebaute Edelstahlspirale, die Läuterhexe von Matt Mill.
Mein Nachguss-Wasser erhitze ich in einem weiteren Einkochautomaten.

Läuterhexe
VWH
Treber

Würzekochen

Beim Würzekochen wird die ausgeschlagene Würze wallend gekocht. Dies fällt Eiweißstoffe und andere Trubstoffe aus, sterilisiert die Würze und verdampft weitere nicht gewünschte Stoffe. Hierbei erfolgen auch die traditionellen Hopfengaben, da sich bei gewissen Temperaturen gewünschte Bitter- und Aromastoffe aus den Hopfen lösen.
Nach dem Kochvorgang kann der finale Zuckergehalt bestimmt werden (→ Stammwürze). Damit die ausgefällten Stoffe nicht ins Gärfass gelangen, wird durch Andrehen der Würze mit einem Braupaddel (→ Whirlpool) ein Trubkegel erzeugt, so dass im Anschluss die blanke Würze ins Gärfass abgelassen werden kann.

Zum Würzekochen verwende ich einen 34 Liter Edelstahltopf von Amihopfen, welchen ich mit einer Induktionsplatte von Hendi befeuere. Zusätzlich zum Whirlpool verwende ich einen Monofilament-Filterbeutel.

Würzepfanne
Induktionsplatt...
Würzekochen
Wallendes Koche...
Trubkegel

Abkühlen

Bevor die Würze mit der Hefe angestellt werden kann, muss sie auf Gärtemperatur abgekühlt werden.

Ich verwende einen Edelstahl-Würzekühler, der mit kaltem Leitungswasser die Würze auf Anstelltemperatur kühlt.
Als Gärbottich nutze ich ein importiertes 35 Liter Edelstahlfass von Polsinelli.

Würzekühler
Anschluss

Gären

Die abgekühlte Würze wird mit Flüssighefe bzw. rehydrierter Trockenhefe angesetzt und bei spezifischen Temperaturen vergärt.

Zum Rehydrieren von Trockenhefe hat sich bei mir ein 1 Liter Erlenmeyerkolben bewährt.
Die optimale Gärtemperatur stelle ich durch einen STC-1000 Temperaturregler sicher, der einen Kühlschrank bzw. einen Brewbelt/Hitzegürtel ansteuert.

Rehydrierte Hef...
Gärung
Gärschrank
Spindel

Abfüllen

Nach erfolgter Gärung wird das Jungbier von der abgesetzten Hefe geschlaucht und mit einer Zuckerlösung versetzt. Dies kann unvergorene Würze sein (→ Speise) oder in Wasser aufgelöster Zucker. Dies liefert der Hefe neue "Nahrung", so dass nachdem das Jungbier in Flaschen abgefüllt wurde, genügend Kohlenstoffdioxid erzeugt werden kann, der sich bei der gewünschten Rezens im Bier bindet (→ Nachgärung).

Ich fülle in der Regel mit Hilfe einer Abfüllpistole in braune NRW-Flaschen ab. Zum verschließen mit Kronkorken verwende ich einen Standverkorker.

Flaschenbaum (v...

Lagern

Nach erfolgter Nachgärung ist es bei vielen Bieren wichtig diese eine gewisse Zeit zu lagern, damit sich Trubstoffe absetzen können und weitere Lagerungsprozesse einsetzen.