Vorab

Die Herstellung von Bier unterliegt in Deutschland der Steuerpflicht.

Als Haus- und Hobbybrauer ist es jedoch erlaubt bis zu 200 Liter pro Jahr Bier selbst zu brauen, ohne dass hierfür Biersteuer bezahlt werden muss. Dabei ist zu beachten, dass das Bier ausschließlich für den eigenen Verbrauch hergestellt und nicht verkauft werden darf.

Bevor mit dem Brauen begonnen wird, ist dem zuständigen Hauptzollamt der Beginn der Herstellung, der Herstellungsort und die voraussichtliche Menge an Bier, die im Kalenderjahr produziert werden soll, formlos mitzuteilen.

Weitere Informationen liefert das Biersteuergesetz (BierStG) sowie das jeweils zuständige Hauptzollamt.

Warum Hobbybrauen?

Die Frage kann ich persönlich am einfachsten mit der Gegenfrage "Warum eigentlich nicht?!" beantworten.
Ich habe Spaß daran Dinge selbst herzustellen und ich mag Bier. Das bringt es nicht nur direkt auf den Punkt, sondern hat wohl auch unweigerlich dazu geführt, dass ich mich 2014 erstmals bei dem Gedanken erwischt habe, eigenes Bier herstellen zu wollen. Und wie das oft so ist, sobald sich eine solche Idee im Kopf festgesetzt hat, gibt es kein zurück mehr.

Also habe ich begonnen mich einzulesen und erste Experimente mit Bierkits gemacht. Das Anfangs wenig befriedigende Ergebnis hat mich weiter angespornt und ich habe den Entschluss gefasst, dass ich - wenn schon, denn schon - nach dem vollen Brauverfahren, analog zur "großen" Industrie verfahren möchte.

Also wurden entsprechende Utensilien angeschaft und in der 20-Liter-Klasse losgelegt. Der Prozess wird seither von Sud zu Sud immer weiter optimiert; Stellschrauben werden immer wieder neu eingestellt; Einflussgrößen kontrolliert und ggf. korrigiert. Dabei ist man als Hobbybrauer gewissermaßen Koch, Chemiker, Physiker, Biologe, Gärtner, Handwerker, Elektriker, Designer und Sommelier gleichzeitig. Alle möglichen Disziplinen und Fertigkeiten lassen sich in die Handwerkskunst des Bierbrauens einbringen. So mündeten beispielsweise meine beruflichen Fähigkeiten (als Wirtschaftsinformatiker) nicht nur in der generellen Prozessoptimierung, sondern mittlerweile auch in einer App, mit der sich verschiedene Berechnungen rund ums Hobbybrauen durchführen lassen (★ Braurechner) und nicht zuletzt in dieser Website.

Bier zu brauen ist nicht nur ein schönes Hobby, sondern auch nützlich und bringt einen nicht selten schmackhaften Ertrag.
Ein toller Nebeneffekt, den diese Aktivität mit sich bringt, ist, dass der eigene Horizont deutlich erweitert wird. Sowohl was andere Biersorten angeht, als auch was das Wissen angeht, welches das Brauverfahren betrifft.